1950

Jetzt sind die Mädchen an der Reihe: In ihrer ersten Einrichtung in Wart im Schwarzwald lernen sie Hauswirtschaft und nähen für Textilbetriebe (Foto). In den Fünfzigern finden mehr als 60.000 junge Menschen Unterkunft und Arbeit in den Jugendgemeinschaftswerken – pro Jahr. Viele können ihre unterbrochenen Berufs- und Schulausbildungen mit Hilfe des IB fortsetzen und abschließen. Wieder kennzeichnen Flüchtlinge die Arbeit des IB, diesmal kommen sie aus der noch jungen DDR. Von 1952 bis 1957 fliehen jährlich 43.000 alleinstehende junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren vor dem ideologischen Druck der SED und der katastrophalen Versorgungslage in Ostdeutschland. Der IB entwickelt seinen Arbeitsschwerpunkt „interkulturelle und internationale Sozialarbeit“. Von 1957/58 an sind Deutschkurse für Aussiedler aus Polen, Rumänien, Russland gefragt. Nach 1959 kommen pro Jahr 100.000 bis 200.000 angeworbene Arbeitnehmer aus Italien, Spanien, Jugoslawien und der Türkei. Der IB übernimmt die Betreuung von 27.000 alleinstehenden Männern in 115 betriebsgebundenen Wohnheimen.

Die Lebensmittelkarten werden nicht mehr gebraucht, das deutsche Wirtschaftswunder wirft seine Schatten voraus. Die Bundesrepublik tritt dem Europarat bei. Und in der DDR wird die Stasi geboren, das Ministerium für Staatssicherheit.

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