1949

Ohne Familie, Obdach und Orientierung leben Zehntausende Jugendliche im zerstörten Nachkriegsdeutschland auf der Straße. Sie sind der Anstoß für die Gründung des Internationalen Bundes für Kultur- und Sozialarbeit/Jugendsozialwerk e.V. am 11. Januar 1949 in Tübingen. Ziel ist die Aufbauhilfe für eine demokratische neue Gesellschaft. Henri Humblot, Jugendoffizier der französischen Militärregierung und einer der drei IB-Gründer, besteht auf dem Begriff „international“ im Namen, nachdem der Nationalismus unter Hitlers Herrschaft extrem übersteigert worden war. Politischer Wegbereiter des IB ist Professor Carlo Schmid, Sozialdemokrat und zu jener Zeit Justizminister und Vizepräsident des Landes Württemberg-Hohenzollern. Initiator des IB ist der ehemalige Hauptbannführer in Hitler-Jugend und Reichsjugendführung, Heinrich Hartmann. Fast 70 Jahre vergehen, bis der IB die nationalsozialistische Vergangenheit Hartmanns und weiterer Führungskräfte der Anfangszeit durchleuchtet. Im Frühjahr 1949 entsteht das erste Jugendgemeinschaftswerk im Schwarzwald. In Ulm baut der IB ein Wohnheim für Jugendliche.

Männerwohngruppe aus Kälterbronn

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland tritt in Kraft, an dem auch einer der drei „Väter“ des IB, Professor Carlo Schmid, mitgewirkt  hat. Nach der Wahl des ersten Bundestages beginnt die Kanzlerschaft von Konrad Adenauer. Die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erfolgt am 7. Oktober 1949. Bis 1990 gibt es zwei deutsche Staaten.

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